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Aus der Reihe DPP vor Ort: Bericht zum Besuch bei PARFORCE Engineering & Consulting GmbH in Freiberg

Am 20.04.2018 fand in Freiberg die Besichtigung der Pilotanlage der PARFORCE Engineering &Consulting GmbH statt.

Das PARFORCE-Verfahren (Phosphoric Acid Recovery From Organic Residues and Chemicals by Electrochemistry) wurde am Institut für Technische Chemie der TU Bergakademie Freiberg entwickelt und bietet die Möglichkeit aus verschiedenen phosphathaltigen Ausgangsstoffen den enthaltenen Phosphor im Form von hochwertiger Phosphorsäure zu gewinnen. Im Rahmen eines EXIST-Forschungstransferprojektes an der TU Bergakademie wird aktuell die Weiterentwicklung des Prozesses zur Marktreife durchgeführt.

Im Rahmen des Besuchs berichtete die Mit-Gastgeberin, die TU Freiberg vertreten durch Prof. Bertau, wie man in den letzten Jahren von der Idee der Phosphorrückgewinnung aus Aschen der Monoverbrennung und bereits vorhandener P-Rezyklate wie Struvit, über die Laborversuche hin zur Ausgründung der PARFORCE Engineering & Consulting GmbH und dem Bau der Technikumsanlage gekommen ist.

Herr Frank, DPP, berichtete knapp über die aktuellen Entwicklungen im europäischen Düngemittelrecht. Die Novellierung der EU-DüMV ist aktuell im sogenannten Trilog-Prozess, an dessen Anschluss dann das Parlament vermutlich gegen Jahresende über den finalen Text der Verordnung abstimmen wird; eine Möglichkeit zur Kommentierung über Stellungnahmen wird es vorher sicherlich geben. Weiterhin ist man dabei, den Schlussbericht der EU-Arbeitsgruppe STRUBIAS zu erstellen, in dem verbindliche Kennwerte festgelegt werden sollen, mit denen ein europaweiter Handel von Phosphor-Rezyklaten als EU-Düngemittel ermöglicht werden kann; es wird erwartet, dass das deutsche Düngemittelrecht im Anschluss an die Entwicklungen in Brüssel ebenfalls angepasst wird.

Herr Fröhlich, PARFORCE Engineering & Consulting GmbH, stellte die Anlagentechnologie vor, die darauf aufbaut, dass über einen nasschemischen Aufschluss des Input-Materials und daran anschließende Prozessschritte schwermetallarme Phosphorsäure gewonnen wird, die dann in der chemischen Industrie eingesetzt werden soll. Das Verfahren ist so ausgelegt, dass eine ganze Bandbreite von Ausgangsmaterialien genutzt werden können, zum einen Klärschlammasche aus der Monoverbrennung, aber dann auch Calciumphosphate oder Struvit, das bei der Fällung aus der wässrigen Klärschlammphase gewonnen wird.

Ein ausführliches Protokoll steht den Mitgliedern im Mitgliedsbereich zur Verfügung.

Über die Reihe DPP vor Ort:

Aus den Reihen unserer Mitglieder sind verschiedene neue Technologien zur Nährstoffrückgewinnung bzw. -aufbereitung entwickelt worden. Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe wollen wir uns „vor Ort“ davon überzeugen, dass nachhaltiges Phosphormanagement nicht in allzu ferner Zukunft liegt. Die Veranstaltungsreihe ist exklusiv für Mitglieder des DPP e.V. und dient neben der Vorstellung und Diskussion der Anlagentechnologie auch einem weiteren Austausch innerhalb unseres stetig wachsenden Netzwerkes.

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