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taz berichet: Deutschland droht beim Phosphor-Recycling zu scheitern

Die TAZ hat die Geschäftsführerin der Deutschen Phosphor-Plattform DPP e.V. Tabea Knickel sowie auch weitere Experten zum Thema Phosphor interviewt. Dabei wurde deutlich, dass Deutschland seine Ziele zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm voraussichtlich deutlich verfehlen wird. Grund sei vor allem, dass bisher keine großtechnischen Anlagen im Regelbetrieb laufen und Kommunen daher weder planen noch ausschreiben können. Laut Knickel werden 2029 lediglich 20 bis 25 Prozent der verpflichtenden Phosphormengen tatsächlich recycelt werden können.

Die Experten betonen, dass Phosphor ein kritischer Rohstoff für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit ist – und dass Europa zunehmend von Importen aus Ländern wie Russland abhängig bleibt. Die 2017 beschlossene Klärschlammverordnung verpflichtet Kläranlagen ab 2029 (bzw. 2032 für mittelgroße Anlagen) zur Rückgewinnung, doch technische und rechtliche Unsicherheiten bremsen die Umsetzung.

Während das Bundesumweltministerium an den Fristen festhalten will, warnen Kommunen, dass ohne verfügbare Technologien und klare Preisstrukturen keine rechtssicheren Verfahren möglich sind. Projekte in Hamburg oder Schkopau zeigen zwar Fortschritte, kämpfen aber mit Verzögerungen und Kostensteigerungen. Das Umweltbundesamt plädiert für kommunale Kooperationen, um unterschiedlich belastete Klärschlämme effizienter aufzubereiten. Gleichzeitig prüft das Ministerium befristete Lagermöglichkeiten für Klärschlammasche.

Unternehmen wie Easymining mahnen an, dass Deutschland dringend sein sekundäres Rohstoffpotenzial nutzen müsse, statt an alten Entsorgungsmodellen festzuhalten, und warnen vor wachsender geopolitischer Abhängigkeit.

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