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Besuchsbericht zum VDI Sewage Sludge Treatment 2017

Vom 17.-18. Mai fand in Kopenhagen die internationale Tagung zur Klärschlammbehandlung des VDI in Kopenhagen, bei der die DPP Medienpartner war, statt. Parallel lief die VDI-Veranstaltung „Energy and Materials from Waste“. Rund 200 Teilnehmer der beiden Veranstaltungen konnten sich über neue Methoden der Klärschlammbehandlung informieren sowie rechtliche Grundlagen aus europäischem und nationalem Recht zu diesem Thema erfahren.

So wurde – auch vor dem Hintergrund der aktuellen Novellierung der deutschen Klärschlammverordnung und der damit verbundenen Phosphorrückgewinnung – erwähnt, dass sich eine gesamteuropäische Herangehensweise an die Klärschlammbehandlung als schwierig erweist. Grenzwerte, die eine landwirtschaftliche Klärschlammausbringung limitieren könnten, sind nicht Bestandteil aktueller Gesetzesvorhaben der Europäischen Kommission. Stattdessen wird auf nationales Recht verwiesen. So ist die landwirtschaftliche Ausbringung von Klärschlamm durch kürzlich verabschiedete Gesetze stark limitiert worden. Vielmehr wurde darauf hingewiesen, dass Märkte für Klärschlammbehandlungsmethoden in Indien und China stark wachsen werden. Eine der Triebfedern ist dabei die zunehmende Verstädterung und der steigende Willen, in Umweltschutz zu investieren. Aktuell fallen in China rund 28 Millionen Tonnen Klärschlamm an, im Vergleich zu ca. 10 Millionen Tonnen in der EU.

Ein großer Fokus der Veranstaltung wurde auf aktuelle Verfahrensentwicklungen gerichtet, sei es zu Themen der Klärschlammverbrennung oder den Verfahren zur Phosphorrückgewinnung aus Schlamm bzw. Klärschlammasche. In der Diskussion von Vortragenden und Teilnehmern wurde nochmals deutlich, dass viele Betroffene die Übergangszeiten für die Verpflichtung zur P-Rückgewinnung als angemessen bzw. sogar knapp beziffern, ausgehend von Planungs- und Bauzeiten einer Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage von im Schnitt 51 Monaten ab Ausschreibungsbeginn. Ebenfalls wurde darüber diskutiert, dass bis Ende 2023 die betroffenen Kläranlagen ein Konzept vorlegen müssen, mit welcher Technologie sie Phosphor rückgewinnen wollen. Im Publikum kam die Meinung auf, dass dabei einige Technologien den Anschluss verlieren werden, da sie bis zu diesem Stichtag keine konkreten Zahlen zur Wirtschaftlichkeit vorlegen können. Aufgrund mangelnder Standorte und finanzieller Anreize ist eine Ermittlung dieser Kennzahlen im großtechnischen oder wenigstens Pilotmaßstab nicht möglich.

Neben der Monoverbrennungsanlage wird auch Verfahren, die Phosphor aus der wässrigen Phase gewinnen, eine potentiell gute Chance eingeräumt, sich am Markt zu etablieren. Die Kosten sind im Vergleich zu thermischen Verfahren geringer und eigenen sich somit für kleinere Kläranlagen. Empfehlenswert wäre auch ein Zusammenschluss kleinerer Anlagen zu größeren Netzwerken, um die Phosphorrückgewinnung möglichst effizient und wirtschaftlich durchzuführen.

Der Artikel zur Tagung aus den VDI Nachrichten ist über unten angegebenen Link verfügbar.

Kontakt

Daniel Frank Deutsche Phosphor-Plattform DPP e.V.
Mobil + 49 (0) 171 226 9953
Telefon +49 (0) 69 3487 6068
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Artikel zur Tagung (VDI Nachrichten)

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