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Ivan Tolpe Award 2017 für BioEcoSIM-Projekt für beste Neuentwicklung in der Gülleverarbeitung

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Im belgischen Gent wurde am 9. Februar 2017 der Ivan Tolpe Award an Fraunhofer-Wissenschaftlerin Dr. Jennifer Bilbao für Ihre Arbeiten im Rahmen des EU-Verbundprojekts BioEcoSIM verliehen. Darin wurde ein neuer Prozess zur Aufbereitung von Schweinegülle entwickelt, der es ermöglicht, daraus verschiedene Düngemittel und Bodenverbesserer herzustellen.

Die vollständige Pressemitteilung steht unter dem unten angegebenem Link zur Verfügung. Folgend findet sich ein Auszug:

Der Ivan Tolpe Award 2017 geht an das von der EU geförderte Forschungsprojekt BioEcoSIM. Im Rahmen des Forschungsvorhabens entwickelten 14 Projektpartner aus vier europäischen Ländern zwischen Oktober 2012 und Dezember 2016 einen neuartigen Prozess zur Herstellung von Düngern und Bodenverbesserern aus Gülle. Koordiniert wurde das Projekt von Dr. Jennifer Bilbao. Die Wissenschaftlerin ist Leiterin der Forschungsgruppe Nährstoffmanagement am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart. In ihrer Funktion als Projektkoordinatorin nahm sie am 9. Februar 2017 den Ivan Tolpe Award im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im belgischen Gent entgegen.

Die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre vom Flemish Coordination Centre for Manure Processing (VCM) für wegweisende Entwicklungen in der Gülleverarbeitung vergeben. Die flämische Einrichtung mit Sitz in Brügge hat das Ziel, die nachhaltige Gülleverarbeitung in Flandern zu fördern. Hierfür bietet das VCM eine Plattform für den Austausch zwischen Politik und dem Landwirtschaftssektor. Der Ivan Tolpe Award wird in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen. Erstmals werden dabei auch überregionale und internationale Beiträge berücksichtigt. Benannt ist der Preis nach Ivan Tolpe, einem 2013 verstorbenen Pionier auf dem Gebiet der Gülleaufbereitung.

BioEcoSIM – Problemstoff Gülle wird zum wertvollen Rohstoff

Aufgrund der enthaltenen Nährstoffe wird Gülle zur Düngung von landwirtschaftlichen Nutzflächen eingesetzt. Allerdings ist die Ausbringung von Gülle in Gegenden mit intensiver Tierhaltung, wie beispielweise einigen Regionen in Flandern, nicht immer möglich, da eine Überdüngung zu Verunreinigungen des Grundwassers durch Nitrat und des Bodens durch Phosphor verursachen kann. Aus diesem Grund muss die überschüssige Gülle – die aus 90 Prozent aus Wasser besteht – in weniger belastete Regionen mit Düngerbedarf exportiert werden. Das ist für die Landwirte teuer und bietet keine langfristige Lösung.

Deswegen sind Technologien gefragt, um Gülle so zu bearbeiten, dass die Nährstoffe in markfähige Produkte extrahiert werden, um negative Auswirkungen auf die Umwelt zu vermeiden und gleichzeitig Kosten zu reduzieren.

Hier setzte das EU-Verbundprojekt BioEcoSIM an. »Mit dem von uns entwickelten Verfahren lassen sich phosphorarme organische Bodenverbesserer sowie mineralische Düngesalze wie Ammoniumsulfat und Phosphatsalze aus der Gülle gewinnen«, erklärt Bilbao. »Auf dieser Basis können wir Dünger und Bodenverbesserer herstellen, die leicht zu handhaben, gut lagerfähig, mit der gängigen landwirtschaftlichen Technik ausbringbar und als Produkt vermarktbar sind.«

 

Weitere Informationen

Vollständige Pressemitteilung

Pressemitteilung in englisch

Ivan-Tolpe-Award 2017 press release (Download - PDF)

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