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Identifizierung von Schlüsselströmen für P-Stewardship-Maßnahmen in Deutschland

In einer Studie über die Phosphorflüsse in Deutschland werden als Schlüsselpunkte für die Verbesserung des P-Kreislaufs die Verringerung des Abflusses aus landwirtschaftlichen Betrieben, die Gülleverarbeitung, die Verwendung von Phytat-Enzymen in Futtermitteln und die P-Rückgewinnung aus Schlachtabfällen genannt. Diese Einsparungen könnten auf dem Papier ungefähr den gesamten Phosphorimport nach Deutschland ersetzen, der sich auf etwa 300 ktP/Jahr beläuft (etwa 120 ktP/Jahr als mineralischer P in Düngemitteln oder anderen Produkten, etwa 180 ktP/Jahr in importierten Lebensmitteln oder in Futtermitteln).

Schätzungsweise 180 ktP/Jahr gehen in Deutschland jährlich durch Abfluss in Oberflächengewässer verloren, hauptsächlich aus der Landwirtschaft und zu einem geringen Teil aus Kläranlagen. Die Autoren schätzten, dass etwa 49 ktP/Jahr aus Klärschlamm und 70 – 80 ktP/Jahr aus Schlachthofabfällen (tierische Nebenprodukte, insbesondere Fleisch- und Knochenmehlasche) potenziell zurückgewonnen und verwertet werden können. Die Autoren gehen davon aus, dass die derzeitigen P-Verluste aus der Landwirtschaft (180 ktP/Jahr) durch eine verbesserte Bodenbewirtschaftung, Langzeitdünger und eine gezielte Düngerausbringung auf 65 ktP/Jahr reduziert werden könnten.

Sie gehen auch davon aus, dass über 120 ktP/Jahr durch die Verarbeitung von Dung recycelt werden könnten, um die Ausbringung von Dungnährstoffen und die Nutzung von Pflanzen zu verbessern, wobei sie von einem P-Anteil von 90 % in Dung ausgehen. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Nährstoffe aus der Gülle heute nicht recycelt werden: Ein erheblicher Teil der Gülle wird heute wieder auf den Boden ausgebracht, aber oft nicht an einem Ort, zu einer Zeit oder in einer Form, die den Bedürfnissen der Pflanzen entspricht. Die Autoren schlagen außerdem vor, dass die P-Nutzungseffizienz von pflanzlichen Materialien, die zur Fütterung von Nutztieren verwendet werden, durch Enzyme (Phytat) und andere Vorbehandlungen (siehe unten) von 40 % auf 80 % gesteigert werden könnte, wodurch 65 ktP/Jahr in der Tierfütterung eingespart und auch der P-Gehalt der Gülle verringert werden könnte.

Sie gehen davon aus, dass dieser niedrigere P-Gehalt und mehr pflanzenverfügbare Formen von Phosphor in der Gülle zu einer verbesserten Düngeeffizienz führen werden (Anmerkung des ESPP: Toor & Sims weisen darauf hin, dass Gülle mit einem niedrigeren P:Kohlenstoff-Verhältnis die P-Verluste erhöht).

Insgesamt werden in der Veröffentlichung als wichtigste Aktionspunkte zur Verbesserung der Phosphornutzung in Deutschland und zur Verringerung der Abhängigkeit von Importen genannt: landwirtschaftliche Bewirtschaftung zur Verringerung von Feldverlusten, Gülleverarbeitung zur Verbesserung der Effizienz der Phosphornutzung in der Landwirtschaft, Effizienz der P-Nutzung in Futtermitteln und P-Rückgewinnung aus tierischen Nebenprodukten.

“Closing the phosphorus cycle: Current P balance and future prospects in Germany”, N. Mayer & M. Kaltschmitt, Journal of Cleaner Production, 347 (2022) 131272

Weitere Informationen

zur Veröffentlichung Meldung bei des ESPP

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