News

zurück

Die weltweiten Phosphorverluste in die Ozeane nehmen weiter zu

Analysen und Modellierungen von Flussdaten deuten darauf hin, dass die weltweite Gesamtabgabe von Phosphor in die Meere seit 2020 um über 6 % gestiegen ist (+3,2 % / 10 Jahre), wobei die Abflüsse in der nördlichen Hemisphäre zurückgehen und in der südlichen zunehmen. Weltweit wurden 420 Flüsse mit Einzugsgebieten von jeweils > 20 000 km² modelliert, die eine Gesamtbevölkerung von über 5 Milliarden Menschen abdecken. Anhand von 280 000 In-situ-Gesamtphosphormessungen aus den Jahren 1980 bis 2019 wurde maschinelles Lernen auf die geschätzte Phosphorabgabe der Flüsse in die Meere angewendet.

Die geschätzte Phosphorabgabe pro Fluss variierte zwischen < 30 tP/Jahr und 0,64 Millionen tP/Jahr (Amazonas). 57 Flüsse mit Abflüssen > 7 000 tP/Jahr machen zusammen 83 % der geschätzten globalen Gesamtphosphorabflüsse in die Meere aus. Drei Flüsse tragen zusammen fast die Hälfte der Phosphorabflüsse in die Meere in Europa bei: die Flüsse Lean, Ob und Wolga. Der weltweite Gesamtphosphorabfluss nimmt weiterhin zu (+3,2 % pro Jahrzehnt), wobei jedoch starke regionale Unterschiede bestehen. Der Abfluss in den nördlichen Teilen der Welt ist seit 1980 um -3,1 % pro Jahrzehnt zurückgegangen, während er in den südlichen Teilen um etwa 1,5 % pro Jahrzehnt zugenommen hat.

Der Rückgang der Phosphorabflüsse im Norden wird auf den Bau von Staudämmen an Flüssen zurückgeführt (wodurch Phosphor in den Sedimenten hinter dem Damm zurückgehalten wird), während er in Europa auf verbesserte landwirtschaftliche Praktiken zurückzuführen ist, die durch Umweltvorschriften vorangetrieben wurden. Es wird vermutet, dass Landnutzungsänderungen, insbesondere Entwaldung und Palmölproduktion, zu erhöhten Phosphorverlusten in Flüssen im Süden führen. Es wird auch vermutet, dass der Klimawandel die Phosphorverluste verstärkt, z. B. durch den Verlust von Permafrost (S-M. Zhang et al. 2021). Die Phosphorabgabe in Flüssen korreliert tendenziell mit Chlorophyll-a (Eutrophierung) und mit hohen Einträgen mineralischer Phosphatdünger.

 

Quellenangabe:
„Human alterations to global riverine phosphorus fluxes to the ocean“, G. Liu et al., Sci. Adv. 11, eady5884 (2025)

Weitere Informationen

Link zur Veröffentlichung Meldung auf den Seiten der ESPP

Teilen

© Copyright 2026 - Deutsche Phosphor-Plattform DPP e.V.