agrarheute berichtet: Chinesische Harnstoffexporte setzen Düngerpreise unter Druck
Wie agrarheute in einer Meldung berichtet, sind die Harnstoffpreise am Weltmarkt zuletzt deutlich eingebrochen. Auslöser ist die Entscheidung Chinas, seine Harnstoffexporte wieder freizugeben. Für den Zeitraum von Juni bis August wurden Exportkontingente von rund 1,5 bis 1,6 Millionen Tonnen genehmigt. Die zusätzlichen Mengen gelten als wichtiges Signal für den Markt und sorgen für spürbaren Preisdruck bei Stickstoffdüngern.
Besonders stark fiel der Preisrückgang an den Exporthäfen im Mittleren Osten und in den USA aus. Dort notiert Harnstoff inzwischen wieder auf dem Niveau vor den jüngsten geopolitischen Verwerfungen. Marktanalysten erwarten daher auch in Europa sinkende Preise. Die Reaktion der europäischen Händler fällt bislang jedoch verhalten aus, da vorhandene Lagerbestände noch zu deutlich höheren Preisen eingekauft wurden und günstigere Importware erst zeitverzögert verfügbar sein wird.
Da Harnstoff als Leitpreis für andere Stickstoffdünger gilt, könnten mittelfristig auch Ammoniumnitrat, Kalkammonsalpeter (KAS) und Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) günstiger werden. Aktuell zeigen sich die Preise in Deutschland jedoch weitgehend stabil. Vor allem bei AHL bleibt das Angebot knapp, da wichtige Lieferländer nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.
Während Stickstoffdünger unter Druck geraten, bleiben Phosphor- und Schwefeldünger auf hohem Preisniveau. Für Diammoniumphosphat (DAP) werden weiterhin deutlich höhere Preise als noch im Frühjahr verlangt. Als Gründe gelten unter anderem Handelsbeschränkungen bei wichtigen Exporteuren sowie gestiegene Schwefelpreise. Der Kali-Markt zeigt sich dagegen vergleichsweise stabil, größere Versorgungsengpässe werden derzeit nicht erwartet.
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